Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern im Februar 2010 (Originalvorlage)

Ein Schwimmwettkampf des WSCA aus Sicht einer Trainerin

Am Sonntag, 7.2.10 reiste der WSCA (Wasser-Sport-Club-Albis) nach Meilen.
Mit genügend Schmetterlingen im Bauch (klappt alles, habe ich alles usw.), freute ich mich auf den bevorstehenden Wettkampf.
Um 10.30 Uhr durften die ersten Kids an den Start.
Nicht nur die SchwimmerInnen hatten mit den Nerven zu kämpfen, nein auch als Trainerin macht man so einiges mit...

Da stand man bereit um anzufeuern... doch was war geschehen? Mein Schwimmer stand nicht auf dem Startbock! Hallo, die starten ohne meinen Schwimmer, was ist wohl geschehen?!
Bald folgte die Antwort; mein Schwimmer war zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, der Veranstalter hatte ein Durcheinander, der Lauf wurde neu gestartet und... juhui, mein Schwimmer war dabei!
Nach ein paar problemlosen Läufen gab es wieder etwas Trubel.
Eine meiner Schwimmerinnen begab sich zum Startrichter. Wieder war ich bereit um mir die Stimmbänder aus dem Hals zu krähen, doch oh Schreck... die starteten schon wieder ohne meine Schwimmerin! Gehts den noch? Auch bei diesem Mal stellte sich heraus, meine Schwimmerinn war zur richtigen Zeit am richtigen Ort (zum Glück, der Fehler lag nicht bei uns), der Veranstalter hatte nochmals ein Problemchen.
Dieses Mal wurde der Lauf sehr zum Aerger meiner Schwimmerin nicht wiederholt, dafür durfte sie eine Lage schwimmen für die sie nicht angemolden war, auch o.k.
Danach lief eine Zeitlang alles wunderbar, Trainerin feuert Kids an und freut sich über tolle Zeiten.

Dann kam die nächste "Welle", einer der Schwimmer stieg nach seinem Einsatz aus dem Wasser und teilte mir mit, dass es ihm schlecht sei. Ich sagte ihm, er solle sich hinlegen und lagerte ihm die Beine etwas hoch. Nach einer kurzen Zeit stand er mit etwas zum Essen in der Hand vor mir und ich schloss daraus, dass es ihm wieder gut ging, zum Glück.

Meine nächste Schwimmerin war gestartet, alles sah gut aus, doch plötzlich stoppte sie mitten im Rennen, hielt sich an der Leine fest, hustete und begann bitter zu weinen. Ich sprintete ums Becken, rief ihr zu, sie solle zu mir rüber kommen um auszusteigen. Ein zittriges trauriges Mädchen hatte ich in den Armen, die mir erklärte, dass sie sich verschluckt hatte. Schnell ein trockenes Badetuch um die Schultern des Mädchen`s und gutes zureden um die Angst vor dem nächsten Einsatz zu nehmen...und alles war wieder gut.

Doch mit den Pannen war es noch nicht vorbei!
Ein Schwimmer, man stelle sich vor, der erreichte bei vielen Wettkämpfen immer den ärgerlichen vierten Rang. Bei diesem Anlass sah er auf der Rangliste, dass er es auf das Podest, den dritten Rang geschafft hatte. Da war die Freude natürlich riesig!
Gemeinsam schaute man sich die Rangliste vor der Rangverkündigung nochmals an... und man traute seinen Augen nicht, es wurde eine verbesserte Liste aufgehängt... der arme Kerl war auf den vierten Platz gerutscht! Da liefen dann doch die Tränen, so gross war die Enttäuschung, verständlicher weise. Aus lauter Wut und Frust wollte der Schwimmer an der bevorstehenden 8x50m Crawl Staffel nicht mehr teilnehmen. Als Trainerin war ich wieder gefordert... ich gab dem Jungen zu verstehen, dass ich volles Verständnis habe, dass er sehr enttäuscht sei, ich es aber nicht in Ordnung fände, wenn er jetzt seine Mannschaft im stich lasse. Wie entschied sich der Junge? Er packte seine Schwimmbrille und schwamm mit seinen Kollegen/Innen eine spannende Staffel!

Es ist toll, wie sich die Kids aus den verschiedenen Situationen wieder neu motivieren lassen, es macht Freude tolle Resultate zu sehen und natürlich macht es einem stolz, wenn es sogar für Medaillen reicht! Dass wichtigste allerdings ist, dass man am Schluss von einem Wettkampf sagen darf: hei Jungs und Mädels, es war ein toller Tag mit euch und egal ob mit oder ohne Medaille, jeder ist an sich gewachsen!

Die Medaillenverteilung sah übrigens so aus:
Miriam Pimputkar aus Hedingen konnte sich über die 50m Brust die Goldmedaille holen. Nach harten 200m Brust (die Beine und Arme wollten schon fast nicht mehr mitmachen), reichte es tatsächlich für Bronze.
Rebecca Jegge aus Bonstetten durfte zweimal Silber (100m Rücken, 50m Brust)nach Hause nehmen. Ueber die 100m Brust gab es Bronze.
Cedric Schiess aus Buttwil sprintete sich über die 50m Rücken zur Silbermedaille.
Neue persönliche Bestzeiten wurden viele geschwommen!

Mehr Infos und Fotos auf www.wsca.ch

Renate Spagnoletti

Resultate von Meilen
Fotos von Meilen